Winterfütterung für Vögel


Alljährlich zur Winterzeit stellt sich für viele Vogelfreunde wieder die Frage: Soll man die Vögel im Winter füttern, Ja oder Nein; wenn Ja, wie, ab wann und was füttere ich ?


Der Eifeler Vogelfreunde e.V. ist mit dem Bund für Natur- und Artenschutz ( BNA ) und dem Verband Deutscher Waldvogelpfleger und -schützer ( VDW )der Meinung, dass eine Winterfütterung auf alle Fälle angebracht ist.
Die Fütterung soll schon bei leichtem Dauerfrost mit wenig Futter begonnen werden, damit die Vögel bei Extremtemperaturen wissen, wo Futter zu finden ist.
Bessert sich die Witterung zwischendurch, wird mit wenig Futter weitergefüttert. Sobald extremer Frost herrscht oder eine geschlossene Schneedecke liegt, wird die Fütterung verstärkt und der Anzahl der Futterstellenbesucher angepasst.

Über das "Für und Wider" der Winterfütterung wurde schon viel diskutiert. Gegner der Winterfütterung ( wohlgemerkt, genauso Vogelfreunde wie die Befürworter ) führen nicht ganz zu Unrecht an, dass durch die Winterfütterung kranke und schwache Vögel vermehrt überleben und im Frühjahr sich vermehren können und so "schwächere" Gene weitervererben.

Nach unserer Beobachtung suchen sich paarungswillige Vögel aber immer einen starken Partner. Die Schwachen werden verdrängt und kommen so kaum zur Fortpflanzung.
Außerdem erhöht sich durch die Winterfütterung die Zahl der Fressfeinde, wie z.B. Sperber,Turmfalke, Waldohreule u.a..
Es ist schon ein Schauspiel zu sehen, wenn ein Sperber geschickt die Deckung nutzend pfeilschnell an der Fütterung auftaucht, um Beute zu schlagen, meist auf die Viertelstunde genau zur selben Tageszeit.
An meiner Futterstelle, die mit vielen Hecken und Gesträuch umgeben ist, konnte ich es noch nie erleben, dass der Sperber erfolgreich war. Sobald er bemerkt wird und Warnrufe laut werden, sind alle Vögel blitzschnell im Gestrüpp verschwunden. Fliegt der Sperber von oben an, sind die anderen Vögel unten, fliegt er dann zu Boden, sind die anderen schon wieder oben, aber immer mitten im Gestrüpp, wohin der Sperber nicht folgen kann.
Manchmal tut einem der wendige, aber erfolglose Jäger schon leid, aber draußen an den Feldhecken und auf den Ãckern findet er bestimmt sein Auskommen.
Was bieten wir nun unseren Vögeln als Winterfutter an ?
Es ist grundsätzlich nach Futtersorten für Körnerfresser und Weichfutterfresser zu unterscheiden. Beides bekommt man in guter Qualität im Fachhandel.


Körnerfresser, wie z. B. Birkenzeisig, Erlenzeisig, Buchfink, Grünfink, Bergfink, Distelfink, Goldammer, Dompfaff, Hänfling, Feld- und Haussperling, Kernbeißer usw. auch unsere Meisen bekommen hauptsächlich Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse und andere kleinere Sämereien.


Weichfutterfresser wie z. B. Rotkehlchen, Zaunkönig, Heckenbraunelle, Kleiber, Amsel, Drossel und den Spechten kann man ein Fett-Fertigfutter anbieten, bestehend aus getrockneten Insekten, Rindertalg und Schmalz.

Unser Rezept zur Herstellung von Winterfutter, vorgestellt durch den BNA.

Für eine Mischung von ca. 2,5 kg benötigt man folgende Zutaten:

1) 500 g Weizenkleie
2) 500 g Futterhaferflocken
3) 250 g Mohn
4) 500 g Sonnenblumenkerne
5) 250 g Haselnüsse gemahlen
6) 750 g Rindertalg
7) 250 g Margarine
8) 250 g Schweineschmalz


Pos. 1 - 5 in einer großen Schüssel gut vermischen.
Pos. 6 - 7 erwärmen und das dann flüssige Fett so lange vorsichtig zugeben und verrühren, bis kein flüssiges Fett mehr vorhanden ist.
Diese breiförmige Masse in zuvor bereit gestellte Formen (Joghurtbecher, Getränkebecher,Blumentöpfe o.ä. ) einfüllen und erkalten lassen. In diese Formen vor dem Befüllen einen kleinen Zweig oder Stab hineinstecken, um später eine Aufhängemöglichkeit zu haben.
Man kann aber auch ein Netz verwenden, wie bei den handelsüblichen Meisenknödeln.
Um die erkalteten Futterballen aus den Formen herauszuholen, diese kurz in heißes Wasser tauchen.
Dieses Futter kann sowohl für Körnerfresser als auch für Weichfutterfresser verwendet werden.
Auf keinen Fall darf den Vögeln salzhaltige Nahrung angeboten werden, wie z. B. Wurst, Speck, Käsereste, Salzkartoffeln u. a.
Kuchen und Brot sowie reines Fett oder Margarine ziehen Feuchtigkeit an und führen oft zu gefährlichen Darmentzündungen.

Das Futter soll frisch sein ( Geruchs- und Sichtprobe: nicht faulig, nicht ranzig, nicht verstaubt, nicht verschimmelt ) und die Futterstelle muss sauber gehalten werden.
Den Boden unter dem Futterhaus kann man mit Sand abstreuen.
Gerne kann man Äpfel ( auch faule oder angefaulte ) füttern, auch andere Obst- und Gemüsesorten aus dem heimischen Vorrat, z.B. Möhren, rote Beete usw.
Auch eine Trinkgelegenheit wird gerne angenommen, wenn kein Schnee liegt und Wasser weiter entfernt ist.

Übrigens: Prof. Dr. Peter Berthold, (ehem. Leiter der Vogelwarte Radolfzell) und seine Mitarbeiterin Dr. Gabriele Mohr befürworten eine "Ganzjahresfütterung", was von ihnen auch wissenschaftlich belegt wird.

Ihr Buch: "Vögel füttern - aber richtig"
ISBN 3-440-10800-7

können wir Jedem bestens empfehlen.


Nistkästen im Königswäldchen

Der Verein "Eifeler Vogelfreunde, Vogelzucht-
und -schutzverein e.V." stiftet und betreut im Bitburger Königswäldchen, sowie im Hofswald bei Üttfeld ca. 100 Nistkästen für Höhlen- und Halbhöhlenbrüter.
Bei den jährlich stattfindenden Reinigungsaktionen wird sowohl der Zustand als auch die Effektivität der Nistkästen überprüft.
Ein großer Teil der Nistkästen muss ab und zu ersetzt werden, da leider einige Nistkästen zerstört oder komplett entwendet werden.
Die intakten Nistkästen werden während der Sommermonate rege genutzt, was durch die vorgefundene Vogelnester belegt wird. Zum Teil werden die Nester auch für Zweitbruten benutzt.
Auch andere Waldbewohner ziehen in die Nistkästen ein und wurden zum Teil noch schlafend vorgefunden, wie z.B. Haselmäuse und Gartenschläfer.
Diese Schlafnester werden so belassen wie vorgefunden. Für die mitgekommenen Kinder sind diese kleinen Kerlchen natürlich eine besondere Attraktion.
Zusammenfassend zeigt sich, dass die Bemühungen zum Schutz unsere heimische Vogelwelt von Erfolg gekrönt ist, da im Königswäldchen ausnahmslos alle intakten
Nistgelegenheiten belegt waren.

Nistkästen können bei den Eifeler Vogelfreunden gegen Erstattung der Auslagen bezogen werden, ebenso Futterhäuschen in zwei Größen.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel im Trierischen Volksfreund vom 27.04.2010, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Bild klicken und dann "Grafik anzeigen" wählen.